Instrumentalunterricht in Zeiten von Corona
Jetzt ist es doch so weit gekommen: Die Schulen werden geschlossen, und auch an den Musikschulen findet kein Unterricht mehr statt. Sicher sind diese Maßnahmen wichtig und notwendig, um die Menschen – vor allem die älteren und jene mit Vorerkrankungen – zu schützen.
Wie können wir nun als Instrumentallehrer mit dieser Situation halbwegs vernünftig umgehen? Gibt es Möglichkeiten, den Lernfluss unserer Schüler auch in Zeiten wie diesen aufrecht zu erhalten? Wie können wir unsere Schüler trotzdem beim Lernen und Üben unterstützen?
In meinem heutigen Artikel möchte ich Ihnen ein paar Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie diese ungewollt unterrichtsfreie Zeit mit Ihren Schülern sinnvoll überbrücken können.
1. Versorgung mit "frischem" Material
Die einfachste Möglichkeit der Unterstützung ist, mit den Schülern telefonisch oder per E-Mail in Kontakt zu bleiben und sie bei Bedarf mit neuen Musikstücken und sonstigen Übematerialien (in Form von pdf-Dateien) und eventuell Play-Alongs (in Form von mp3-Dateien) zu versorgen. Besonders sehr junge Schüler empfinden es schnell als langweilig, immer wieder dasselbe Musikstück zu üben. Ebenso können die Kinder mit Notenlese- und Notenschreib-Aufgaben versorgt werden, z. B. Notenmotive, bei denen – wenn man die Notennamen unter die Noten schreibt – ein Wort herauskommt.
2. Video-Aufnahmen
Eine andere Möglichkeit sind Video-Aufnahmen. Der Schüler nimmt sein Spiel auf Video auf und schickt das Video dem Lehrer. Dieser schickt ein schriftliches Feedback und weitere Übe-Empfehlungen an den Schüler zurück. Ebenso kann der Lehrer auch Instruktions-Videos an den Schüler schicken, die er vorher aufgenommen hat. Solche kurzen Video-Sequenzen lassen sich heutzutage mit nahezu jedem Mobil-Telefon problemlos aufnehmen und direkt senden.
3. Online-Unterricht
Die dritte Möglichkeit ist Online-Unterricht. In Zeiten, in denen wir alle so vernetzt sind, ist es auch möglich, eine Instrumental-Lektion über das Internet zu geben. Natürlich ist das nicht dasselbe wie ein Face-to-Face-Unterricht, das versteht sich von selbst. Gewisse Dinge wie z. B. einem Kind manuell zu helfen, den Bogen gerade zu führen, das lässt sich über das Internet nicht verwirklichen, zumindest noch nicht bis heute! Wenn man aber von diesen Dingen absieht, kann man durchaus mit den Schülern über das Internet sehr produktiv zusammenarbeiten. Was genau brauchen wir dazu:
- Lehrer wie Schüler brauchen einen Raum, in dem sie möglichst ungestört sind.
- Einen PC mit einer Kamera, ein Tablet oder ein Smartphone. Je größer der Bildschirm, desto besser.
- Eine gute Internetverbindung.
- Eine gute Beleuchtung. Je besser die Lichtverhältnisse sind, desto besser können Lehrer und Schüler einander sehen.
- Ein Lade-Möglichkeit für das Gerät, dass die Lektion nicht plötzlich „abreißt“, weil der Akku leer ist.
- Eine stabile Möglichkeit, um das Gerät möglichst neben dem Notenpult aufzustellen, eventuell ein kleines Stativ. Die Kinder sollten den Lehrer auf dem Bildschirm und ihre Noten gleichzeitig sehen können.
- Eine funktionierende Videotelefonie-Plattform wie Skype, Facetime oder Zoom.
- Kopfhörer für den Lehrer, dass der Schüler sich nicht „doppelt“ hört, einmal wenn er spielt und einmal, wenn der Schall aus dem Bildschirm mit etwas Verzögerung zurückkommt.
Was ist sonst noch vorzubereiten?
- Schüler und Lehrer sollten die gleiche Notenausgabe verwenden, die unbedingt mit Taktzahlen ausgestattet sein sollte, sodass man schnell auf bestimmte Stellen im Notentext Bezug nehmen kann.
- Eine Vereinbarung, wie man Eintragungen in den Notentext sowie Übehinweise ins Aufgabenheft und dergleichen vornimmt. Schreibt der Schüler selber auf Anweisung des Lehrers? Schreibt der Lehrer und schickt dann die Notizen per pdf? Oder schreibt (bei jüngeren Schülern) ein Elternteil mit?
- Eine Möglichkeit, das Spiel des Schülers zu unterbrechen, wenn der Lehrer einen Kommentar abgeben möchte. Das kann ein Geräusch (das das Kind keinesfalls erschrecken darf) sein, kann aber auch eine Handbewegung sein, die das Kind sehen können muss. Man kann aber auch gemeinsam vorher genau festlegen, bis zu welchem Takt nun gespielt werden soll.
Erste Erfahrungen sammeln
Nun sind wir alle gefordert, erste Erfahrungen mit den uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu sammeln. Über meine Erfahrungen werde ich in einem der nächsten Artikel berichten, über Erfahrungsberichte von Ihrer Seite würde ich mich auch sehr freuen!
Herzlichst,
Ihre Andrea Holzer-Rhomberg
Bleiben Sie gesund und zuversichtlich!
Ja klar! Wir sind schon mit der Umsetzung beschäftigt
Das waren unsre ersten Gedanken!
Bin schon gespannt auf Ihre Erfahrungen!
Liebe Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer Rhomberg!
Danke für Ihre zuversichtlich Zeilen. Sie haben wirklich für jede Situation ein Thema , vielen Dank !
Ich habe Ihren Artikel gerade oft geteilt.
Eine Kollegin schreibt gerade, sie hat einen kleinen Wettbewerb ausgeschrieben: wer die beste Technik Übung in die whatsapp-gruppe stellt, bekommt einen kleinen Preis. Und: da jetzt prima la musica abgesagt wurde, zumindest in der Steiermark, gibt es diese Art von Wettbewerb-für Alle !
Ich selbst spiele morgen ein Balkon zu Balkon Konzert mit meiner Schuelerin, die gegenüber wohnt !
Alles Liebe Ihnen und uns Allen
Frau Reiter aus Graz
Die Idee mit dem kleinen Wettbewerb ist super! Da können die Kinder richtig kreativ werden!
Vielen Dank für den tollen Tipp!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Super- bin sehr dankbar für die Ratschläge 😀
Bleiben Sie gesund und Gott mit Ihnen!
Liebe Grüße von Karina Penner aus Lübbecke
Vielen Dank, Frau Penner!
Ihnen auch alles Gute!
Letzte Woche habe ich meine Schüler mit einem Übetagebuch ausgestattet, pro Tag ein Kästchen, in das die Übeminuten eingetragen werden. Auch Musik hören darf eingetragen werden. Einmal pro Woche soll ein gut geübtes Stück aufgenommen und mir gesendet werden u.a. schon dargestellte Maßnahmen.
Vielen Dank für die Idee mit dem Übetagebuch! Eine sehr schöne und nützliche Idee, da die Kinder so einen guten Überblick über ihr eigenes Übe-Verhalten bekommen!
Liebe Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Hallo, in der Vergangenheit habe ich mit Schülern mit Videoaufnahmen gearbeitet, die wegen Masern u.ä. in Quarantäne waren. Ich habe dann per mail mit Taktangaben versehen geantwortet, somit hatten die Schüler bereits ein „Übetagebuch“ und konnten Punkt für Punkt korrigieren ohne die Informationen zu vergessen. Auch Schülern, die vor einer Aufnahms- oder Übertrittsprüfung standen, habe ich das schon angeboten. Alleine, dass die Schüler sich die Aufnahme vorher ansehen, entscheiden, sie ist noch nicht so gut, nochmals üben, wieder aufnehmen bevor sie gemailt werden, bringt mehr Selbständigkeit im Übeverhalten. Ich muss aber auch sagen, dass eine Videoanalyse doch recht zeitaufwändig ist. Da sitz ich schnell mal eine Stunde dran. Wenn ich mir vorstelle, für die ganze Klasse….
Was ich in unserer momentanen Situation mache: Ich habe für alle „Kleinen“ (7-10 J.) 2 Ensemblestücke ausgesucht, die Kinder bekommen die Noten per mail und ich habe ein Playalong von jeder Stimme in Übetempo und im schnellen Tempo aufgenommen. Damit können sie gut Üben. Und die Stücke können wir beim nächsten Vortragsabend präsentieren.
Außerdem hab ich vor, kleine Theorieaufgaben zu geben. Das können sie dann fotografieren und mir schicken. Auch im Netz finden man viele Gehörbildungsübungen, musikalische Kreuzworträtsel etc.
Danke Frau Holzer-Rhomberg für Ihre netten Worte und die guten Tipps für meine Schüler bei Plm. Nach der langen Vorbereitungszeit hab ich gemeint, sie sollten doch eine Woche Geigen-Pause machen, doch sie sind alle in der nächsten Woche top motiviert und bereits vorbereitet mit einem neuen Stück zur Geigenstunde gekommen 🙂 Das war eine schöne Überraschung
Vielen Dank für Ihre so ausführlich beschriebenen Erfahrungen! Alleine das Aufnehmen des eigenen Spiels ist für die Schüler sehr hilfreich. Da lernen sie, ihre eigene Übe-Arbeit selber zu evaluieren. Allerdings sind die Auswertungen für den Lehrer wirklich arbeitsreich. Ich habe angefangen, bei den Videos nur die Verbesserung einer einzigen Sache anzuregen. Die nächste Sache wird dann beim nächsten Video in Angriff genommen, sodass es für die Kinder nicht „overwhelming“ wird.
Wie schön, dass Ihre Schüler nach Plm so motiviert sind!!! Grüßen Sie sie schön von mir!
Herzlichst,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer Rhomberg, ich berichte von meiner ersten Unterrichtsstunde über den Video-Chat Zoom. Meine Schülerin sagte am Ende: das war mal eine coole Geigenstunde! Aber ich bin total erledigt.
Erstens ist der Gesprächston zwar wunderbar, aber aus dem Geigenton werden wohl bestimmte Obertöne herausgefiltert, so dass ich keinen durchgehenden Klang hören konnte und das, was zu hören war, klang total kratzig, obwohl wir einen zusätzlichen Lautsprecher angeschlossen hatten. Für weiter fortgeschrittene Schüler, bei denen man wirklich jedes Detail hören sollte, kann ich mir noch nicht vorstellen, wie das klappen soll. Ich finde es außerdem sehr anstrengend, jede Kleinigkeit im Detail erläutern zu müssen, worauf man sonst einfach nur hinzeigt. Zum Beispiel „ der dritte Ton in der vierten Zeile im zweiten Takt.“ Das Weiteren habe ich erst hinterher festgestellt, dass ich mich wohl aufgrund der Stellung des Laptops ziemlich schief gehalten und verspannt habe.
Fazit: es ist kein Spaß, aber ich werde es morgen wieder probieren und mir nach jedem Schüler eine längere Pause lassen. Man kann ja jetzt schon morgens anfangen 🙂 Herzliche Grüße Gudrun Huber
Liebe Frau Huber,
danke für Ihren Bericht über Ihre erste Online-Lektion! Ich habe nun auch meine ersten Skype-Lektionen hinter mir. Natürlich ist es etwas anders live im Unterrichtsraum. Daran müssen wir uns wohl alle erst einmal gewöhnen. Die Klangqualität lässt auch etwas zu wünschen übrig. Ansonsten bin ich eigentlich eher positiv überrascht, wie gut es ging. Der Klang ist zwar nicht wirklich schön, aber man kann doch recht gut hören, ob die Töne sauber sind und ob der Rhythmus stimmt. Die Schüler schreiben sich die Notizen selber in ihre Noten, das finde ich auch gut, ein Schritt mehr in die Selbständigkeit. Alles in allem bin ich froh, dass es diese Möglichkeit gibt für Zeiten wie diese!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Nachtrag: Auch mit Facetime hat es gut funktioniert. Ich hab einfach mein I-Pad auf ein Stativ in der passenden Höhe vor mich hingestellt, der Schüler hatte seins auf einem Tisch stehen. Man kann den Schülern auch auf diese Art sehr klare Übe-Anweisungen geben und genau demonstrieren, was man meint. Abgesehen von der nicht optimalen Klangqualität bin ich ganz positiv überrascht, wie gut sich das machen lässt!
Liebe Frau Holzer-Rhomberg, danke für Ihre Antworten. Inzwischen haben wir uns wohl alle an den Video-Chat gewöhnt. Von den sehr fortgeschrittenen Schülern lasse ich mir aber immer wieder Aufnahmen zusenden, da ist die Klangqualität sehr gut und man kann Kommentare dazu abgeben oder eine eigene Aufnahme zurücksenden. Da die Plattform Zoom zwar Gespräche oder auch pizzicato sehr gut wiedergibt, aber lange oder hohe Töne herausfiltert, habe ich an die Firma geschrieben und den derzeitigen Bedarf für Instrumentalunterricht erläutert. Falls sie uns eine passende Plattform anbieten sollten, werde ich natürlich sofort berichten.
Herzliche Grüße Gudrun Huber
Liebe Frau Huber,
vielen Dank für Ihre Ausführungen! Vielleicht liegt das mit den herausgefilterten Tönen an den Einstellungen von Mikrofon und Lautsprecher? Haben Sie schon bei den Einstellungen nachgesehen?
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer-Romberg,
Ihren Newsletter zu abonnieren war eine ausgesprochen gute Idee!
Mit den bässten Grüßen,
Ihr Michael Pöhlmann
Das freut mich sehr, Herr Pöhlmann!
Vielen, vielen Dank für diese kompakte Zusammenfassung alternativer Unterrichtsmöglichkeiten.
Wir werden in der kommenden Woche auch derartige Versuche starten und demnächst gerne berichten.
Zusätzlich zu obigen Ideen wollen wir folgendes ausprobieren:
Man könnte den Schülern per Mail Arbeitsaufträge geben (wie es die Schulen ja auch handhaben).
Z.B. könnten wir dem Schüler einige schöne Youtube-Aufnahmen eines Stückes schicken mit der Aufgabe, z.B. die Interpretationen zu vergleichen, die Körperhaltung zu kommentieren, die Klanggebung zu beschreiben, usw…
Wir sind sehr gespannt, welche neuen Unterrichtsvarianten sich in den kommenden Wochen bewähren.
So traurig die momentane Situation auch ist, so bietet sie doch auch zahlreiche Chancen für Neues und Kreatives.
Vielen Dank liebe Andrea, dass du uns deine Seite zum Austausch zur Verfügung stellst!!!
In diesen Zeiten soo besonders wertvoll!!
Liebe Grüße
Simone
Liebe Simone,
vielen Dank für die kreativen Anregungen! Werde ich auf jeden Fall ausprobieren!
Gute Aufnahme bewusst anzuschauen und zu vergleichen weckt sicher ganz viel Inspiration bei den jungen Musikern!
Liebe Grüße,
Andrea
Liebe Andrea, herzlichen Dank für Deine wunderbaren Anregungen und Tipps für alternative Unterrichtsmöglichkeiten, das tut diese Woche besonders gut!!
Liebe Grüße aus Ried, alles Gute!!
Lisa Fruhwirth
Vielen Dank, liebe Lisa!
Liebe Frau Holzer-Rhomberg,
ein kurzes Feedback zu den Videosequenzen: Ich habe mir ca 5-minütige Sequenzen schicken lassen, die man über gängige Clouds hochladen kann (iCloud, Dropbox etc)Das hat bis jetzt ganz wunderbar funktioniert. Zum Einen konnte ich sehen, wie die Schülerinnen un Schüler tatsächlich üben und es gab tatsächlich genug zu korrigieren. Klanglich ist es etwas schwierig aber Parameter wie Rhythmus, Bogeneinteilung etc. funktionieren ohne Probleme. Das Anschauen einer solchen Videosequenz plus Verfassen des Feedbacks dauert ca 20 min, so dass man das bei einer großen Schülerzahl pro Schüler ruhig 2-3 mal leisten kann. Das war jetzt mein persönliches „Coronaexperiment“ Phase 1. Die klappt schon einmal. Vielen Dank für den Anstoss und vor allem die Verschriftlichung.
Vielen Dank für den Bericht über Ihr „Corona-Experiment“! Das scheint mir eine sehr gut durchführbare und auch effiziente Vorgehensweise zu sein! Vor allem sehe ich auch alles, was die Schüler zu Eigeninitiative (wie z. B. sich selber beim Üben aufzunehmen) anregt, als sehr positiv an. Ich denke, insofern könnte uns diese Krise einen schönen Schritt weiter in eine bewusst wahrgenommene Eigenverantwortung der Schüler bringen!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer Romberg,
danke für Ihre Antwort. Nur noch ein kurzer Nachtrag: Die Schüler nutzen die Videosequenzen recht unterschiedlich: Während manche nur Abschnitte in mehrfacher Ausführung schicken, senden manche ihr komplettes Spielstück in einer Version. Das hat natürlich unterschiedliche Auswirkungen, ist aber beides sehr interessant. Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Datenschutz: So haben sich manche Schüler mit Smileys verpixelt. Grundsätzlich finde ich das natürlich in Ordnung, es führt bloß manchmal dazu, dass man beim Kontrabass z.B. nicht die linke Hand in bestimmten Lagen siehtDa ist also technischer Optimierungsbedarf.Falls Sie interessiert sind würde ich gerne bei Neuigkeiten weiter kommentieren- vielleicht hilft es den Kolleginnen und Kollegen weiter…..LG!
Lieber Herr Schneider,
vielen Dank! Ja, sehr gerne weiter kommentieren! Wir sind um jede Erfahrung und um jeden Tipp froh!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer-Rhomberg, danke für die tollen Erfahrungen.
viele meiner Schüler haben mir bereits Videos geschickt.
Ein wichtiges Thema dabei ist oft das Stimmen. Falls jemand eine gute Video-Anleitung kennt, in der das Stimmen der Geige auch für Nicht-Musikereltern anschaulich beschreiben ist, wäre ich extrem dankbar, wenn man es teilen könnte.
Handy-Stimmgerät installieren bekommen die meisten noch hin, aber manche Eltern hören wirklich nicht, ob eine Saite einen Halbton zu hoch ist oder nicht. Solange man mit den Feinstimmern zurechtkommt, geht es noch einigermaßen. Über das Hantieren mit den Wirbeln trauen sich viele Eltern nicht drüber, aus Sorge, eine Saite könnte reißen.
Freue mich sehr über einen regen Austausch auch darübern,
herzliche Grüße,
Irene Buchmann
Liebe Frau Buchmann,
vielen Dank für Ihren Beitrag! Ja, das Stimmen ist nicht so einfach. Beim Online-Unterricht leite ich das Kind direkt an, sein Instrument zu stimmen, das funktioniert ganz gut. Trotzdem wäre ein Video-Tutorial zum Stimmen für Schüler und Eltern sicher sehr hilfreich. Ich werde sehen, was sich machen lässt!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer-Rhomberg,
vielen Dank für diese Diskussionsmöglichkeit der Corona- Videouterrichts-Erfahrungen und anderer Aspekte!
Ich habe letzte Woche bereits dem Teil meiner Schüler Video Unterricht gegeben, der das ausprobieren wollten, es sind nicht alle, aber mehr wie die Hälfte.
Ich hatte große Schwierigkeiten mit der Tonqualität….! An einem Tag hatte ich 6 Schüler, nicht alle direkt hintereinander und war am Abend soooo sehr erledigt, meine Ohren haben richtig weh getan.
Das macht mich etwas ratlos.
Ich habe facebook messenger, skype und zoom ausprobiert.
Fazit, facebook war am schlechtesten, skype noch am besten, zoom mal so mal so (obwohl es mir als tool mit guter Audioqualität empfohlen wurde.)
Es liegt wohl einiges an der Netz-Verbindung. Manche Schüler hatten entweder ein schlechtes WLAN Netz oder waren am Land draußen und hatten überhaupt eine schlechte Handyverbindung (alles vorgekommen) Da war es besonders schlecht. Das Bild ruckelt oder ist ganz unscharf und der Ton quält meine Ohren . Mir wurde mal wieder bewußte, daß ich mit den Ohren arbeite. Wie oben jemand schon berichtete, liegt es wohl daran, daß die Obertöne nicht vollständig übertragen werden. Bei Geigen eine heikle Sache.
Mein große Frage an Sie und alle Kollegen: wie macht ihr das?
Weiß jemand Mittel, wie man das Audiosignal verbessern kann?
Ich wäre unendlich dankbar für Hinweise oder vielleicht kennt jemanden einen technisch versierten Menschen,der da helfen kann. Ich kann nicht riskieren, daß ich mir meine Ohren ruiniere. Ich scheine da gerade sehr empfindlich zu sein….:-(
Viele andere Aspekte habe ich auch sehr positiv erlebt, besser als erwartet.
Liebe Grüße aus Wien!
A. Isabel Meyer
Liebe Frau Meyer,
ja, ich kenne das Problem mit der unbefriedigenden Tonqualität auch. Was für Sprachübertragung ausreichend ist, ist es halt noch lange nicht für einen Geigenton! Zwei Dinge: Haben Sie schon überprüft, ob die Einstellungen von Mikrofon und Lautsprecher auf „Automatik“ gesetzt sind? Das wäre nicht gut, denn die Automatik versucht immer, den Pegel zu regeln …
Haben Sie es schon mit Kopfhörern probiert? Das würde gegebenenfalls eine Rückkoppelung vermeiden. (Das könnte für empfindliche Ohren allerdings noch schlimmer sein als ohne, wer weiß?) Ansonsten gäbe es noch die Möglichkeit, von Schülerseite aus ein halbwegs gutes Mikrofon zu verwenden. Da gibt es mittlerweile solche, die direkt per USB an einen Laptop angeschlossen werden können und eine recht gute Klangübertragung bieten. Das ist dann aber schon wieder eine Kostenfrage.
Ansonsten: Bitten Sie die Schüler, sich selbst auf Video aufzunehmen, und Ihnen das Video zu schicken. Das klingt allemal besser!
Ich hoffe selber, bald eine klanglich befriedigendere Lösung zu finden! Das wäre wirklich ein Fortschritt!
Herzliche Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Liebe Frau Holzer-Rhombach,
vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Wo ich die Automatik abschalten kann, oder sehen kann ob sie eingeschalten ist, habe ich schon mal nicht gefunden bei mir in Windows 10…
Kopfhörer habe ich noch nicht probiert, da ich keine guten besitze, wäre aber einen Versuch wert.
Ich habe herausgefunden, daß ich meinen Computer an meine Stereoanlage anschließen kann und nun bekomme ich das Signal über meine ganz guten Boxen. Das ist schon mal viel besser, ich habe auch eine ganz gute Kontrolle über die Lautstärke. Wenn es zu laut ist, gibt es Rückkoppelungen oder Echos.Aber leise ist mir sowieso recht.
Könnten Sie mir so ein Mikrophon empfehlen?
Vielen dank für diesen Austausch!
Lg, Isabel m.
Liebe Frau Meyer,
Das mit der Automatik ist tatsächlich bei Windows 10 etwas anders. Hier gibt es unter: Einstellungen -> System -> Sound -> Sound-Systemsteuerung -> Kommunikation vier verschiedene Möglichkeiten einzustellen!
Zum Mikrofon: Ich habe mir unlängst ein Rode-Mikrofon gekauft, das über einen USB-Anschluss läuft. Es liefert wirklich eine gute Aufnahmequalität. Hier der Link: https://www.thomann.de/at/rode_nt_usb.htm?gclid=EAIaIQobChMIw8iEsvey6AIVlk0YCh1ZkATSEAAYAiAAEgLwBPD_BwE
Es gibt auch noch eine günstigere Mini-Version davon, wie ich gesehen habe.
Liebe Grüße,
Andrea Holzer-Rhomberg
Hallo,
vielleicht könnt ihr diese Anleitung zum Video-Fern-Musikunterricht gebrauchen und weiter teilen. Viele Musiker/innen können dies jetzt gut gebrauchen…
https://jazzband-live.de/gesangs-und-instrumentalunterricht-mit-zoom
HG
Mike
Vielen Dank, Mike, das ist wirklich sehr, sehr hilfreich!
Liebe Grüße,
Andrea